Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist seit einigen Jahren als dritte Säule der Altersversorgung durch den Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung nach § 1 Abs. 1 a des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG) Bestandteil eines jeden Anstellungsvertrages geworden.

Gleichzeitig schätzen viele Unternehmen die ursprüngliche Bedeutung der bAV wieder, Schlüsselpersonen an das Unternehmen zu binden.

Die Kombination von Arbeitsrecht, Steuerrecht, Sozialversicherungsrecht, Zivilrecht, Betriebswirtschaft, Versicherungsmathematik und der Produktwelt zeigen die hohe Anforderung an die bAV-Beratung und die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit.

Die flexible Einbindung der bAV in Mini- und Midibeschäftigungsverhältnisse ist eine notwendige Anforderung an Unternehmen jeder Größenordnung.

Die steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Auswirkungen sind in den Durchführungswegen teils unterschiedlich geregelt, können aber auch bei geschickter Anwendung kumulativ genutzt werden. Dabei ist auch die Unterscheidung nach Altzusage (vor dem 1.1.2005) und Neuzusage ein interessantes Gestaltungsinstrument.

Versorgungsordnungen / Betriebsvereinbarungen

Immer öfter haben auch tarifvertragliche oder innerbetriebliche Regelungen Einfluss auf die Versorgungszusage. Eine Betriebsvereinbarung oder eine Versorgungsordnung hilft, ein attraktives betriebliches Versorgungswerk sicher zu stellen und zu kommunizieren.

Betriebswirtschaftliche Beratungen

Für das Unternehmen sollten die Auswirkungen der bAV auf die Bilanz oder die Angaben im Anhang der Bilanz untersucht werden. Gerade im Hinblick auf die Neuregelungen durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMog) ergibt sich hier erheblicher Beratungs- und Gestaltungsbedarf, vor allem bei Gesellschafter-Geschäftsführern und kollektiven Versorgungszusagen. Die Anforderungen hierzu an Bilanzneutralität (Basel II Rating) und betriebswirtschaftliche Innenfinanzierungen (Liquiditätsvorteile) sind gestiegen.

Risikomanagement

Häufig sind viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Auffassung, es handelt sich bei der bAV nur um einen Versicherungsvertrag, der zwischen Arbeitgeber und Versicherungsgesellschaft zu Gunsten des Arbeitnehmers abgeschlossen wird. Dabei kann der Versicherungsvertrag lediglich das Produkt der arbeitsrechtlichen Ausgestaltung der Versorgungszusage sein, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer aus Anlaß des Arbeitverhältnisses erteilt, muss es aber auch nicht zwingend sein.

Der Versicherungsvertrag und/oder die anderen Rückdeckungsprodukte sollten die arbeitsrechtliche Versorgungszusage bestmöglich abdecken, damit der Arbeitgeber kein zusätzliches Haftungspotenzial aufbaut. Jedes Unternehmen sollte daher ein Enthaftungsmodell für ein- und austretende Arbeitnehmer mit Versorgungsansprüchen entwickeln.

Der Arbeitgeber erteilt dem Arbeitnehmer eine Leistungszusage oder eine beitragsorientierte Leistungszusage (BOLZ) oder eine Beitragszusage mit Mindestleistung (BZML), evtl. auch mehrere Zusagen nebeneinander.

Und dies trifft auf alle Durchführungswege der bAV zu, also die Direktzusage, die Unterstützungskasse, die Direktversicherung, die Pensionskasse und den Pensionsfonds, und zwar unabhängig, ob die Finanzierung durch den Arbeitgeber oder den Arbeitnehmer (Entgeltumwandlung) erfolgt.

Auslagerung von Pensionsverpflichtungen

Die Auslagerung wird heute als Allzweckwaffe angepriesen, verkennt jedoch die vielen Vorteile einer betriebswirtschaftlichen Innenfinanzierung der Pensionsverpflichtungen. Gerade aufgrund des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) ergeben sich durch das Saldierungsgebot (§246 Abs. 2 HGB) interessante Bilanzeffekte. Trotzdem gibt es Situationen, bei denen eine Auslagerung sinvoll und notwendig erscheint. Dies gilt vor allem bei Unternehmensverkäufen im internationalen Kontext und bei Bilanzsprungrisiken von Rentnerbeständen.

Zusatzversorgungskassen

Die demografische Entwicklung schlägt auf die finanzielle Leistungsfähigkeit der Zusatzversorgungskassen analog den Problemen der gesetzlichen Rentenversicherungen durch. Die je nach Satzung der Zusatzversorgungskasse notwendigen und eingeforderten Zusatz- und / oder Sanierungsbeiträge belasten die öffentlichen Kassen und Unternehmen überproportional. Gleichzeitig stehen viele Arbeitgeber vor der schwierigen Entscheidung welcher Abrechnungsverband für sie der Richtige ist.

Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst nutzen aufgrund der Anrechnungsvorschrift des § 3 Nr. 56 EStG auf den § 3 Nr. 63 EStG die Möglichkeiten der Entgeltumwandlung nur unzureichend. Die Öffnung des Arbeitgebers für weitere Durchführungswege und Alternativen zum TV-Entgeltumwandlung ist im öffentlichen Dienst als Personalentwicklungs- und Bindungsinstrument unerlässlich.

Statusfeststellung

Ohne eine arbeitsrechtliche, sozialversicherungsrechtliche und steuerrechtliche Statusfeststellung zum Zeitpunkt einer Umstrukturierung sowie besonders bei Erteilung der Versorgungszusage darf und kann keine Beratung die Besonderheiten des jeweiligen Einzelfalles berücksichtigen.
Dies gilt vor allem bei mitarbeitenden Familienangehörigen und Gesellschafter-Geschäftsführern.

Versicherungsmathematische Gutachten

Die für die Bilanzierung von Versorgungsverpflichtungen notwendigen Bilanzgutachten für die Steuer-, Handels-, US-GAAP- und internationale Bilanz nach IAS 19 erhalten Sie zeitnah und qualitativ hochwertig. Die ab dem Bilanzjahr 2010 erforderlichen "BilMoG"-Werte beinhalten ein Beratungsgespräch über die Auswirkungen auf das Bankenrating nach Basel II.